• Kunst & Mode von Laura Biagiotti

Es kam Gianni und mir so vor, als hätten wir Giacomo Balla wirklich persönlich gekannt.
In Wirklichkeit begann unsere "Balla-Geschichte" im Oktober 1986, als mich meine Schritte, wohl dank einer glücklichen Eingebung, wie zufällig in eine kleine Kunstgalerie in Rom lenkten, in der eine Retrospektive mit Werken aus der Balla-Familie ausgestellt war. Dies war meine futuristische Erleuchtung, die mich wie ein Blitzschlag traf. Aufgeregt kehrte ich nach Hause zurück und mein Ehemann, Gianni Cigna machte mir daraufhin einen Großteil der Exponate zum Geschenk.
Auf diese Weise entstand der erste Kern der Sammlung und vor allem entstand in dieser Zeit unsere Freundschaft mit Luce und Elica Balla, den Töchtern des Malers. Und sie waren es auch, die uns Ihren "Papà” fast greifbar nahe brachten, nicht nur in Bezug auf sein großes malerisches Genie seines Jahrhunderts sondern auch und vor allem als Seele eines liebenswürdigen Künstlers und begeisterten Dichters, der sich vollkommen seiner Suche nach der Kunst im Licht, Kunst in der Bewegung und Kunst in der Gemütsverfassung hingab. Viele seiner Arbeiten haben wir direkt von den Balla-Mädchen erworben, die wir liebevoll unsere zwei alten Fräuleins nannten.
In seinen letzten Lebensmonaten organisierte mein Mann im Juli 1996 die erste Ausstellung der Sammlung ‚Biagiotti Cigna‘ im renommierten Puschkin-Museum in Moskau, nur wenig Zeit bevor eine unheilbare Krankheit seine starke kämpferische Natur bezwingen sollte. Seine fünf Töchter und ich hatten den Wunsch, durch die Schenkung an die ‚Biagiotti Cigna‘-Stiftung das Gedenken an die Leidenschaft Giannis für das Schöne, an sein Mäzenatentum und den Trost, dem ihm die Kunst Ballas in seinem Leiden spenden konnte, aufrechtzuerhalten.
Durch weitere persönliche Erwerbungen der Werke des großen Meisters Giacomo Balla pflege und fördere ich noch immer die Erinnerungen und Gefühle für diesen scharfsinnigen Forscher und unersättlichen Evolutionist, dem "Genio Futurista" (Futuristischen Genie) und Begründer des italienischen Designs im 20. Jahrhunderts.
Ich betrachte das "Modemachen" als eine Richtung der Prozesskunst, für die ich durch meine Arbeit als Forscherin und begeisterte Kunstsammlerin meine, einen leidenschaftlichen Beitrag geleistet zu haben.
Laura Biagiotti Präsidentin der Biagiotti Group

GALERIE