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  • Biographie von Giacomo Balla

GIACOMO BALLA wurde im Jahr 1871 in Turin geboren. Nach seinem Schulabschluss schrieb er sich an der Accademia Albertina ein. Einen wichtigen Abschnitt in seiner Ausbildung bildete der Aufenthalt in Paris in den Jahren 1900-1901, wo er die postimpressionistischen Untersuchungen über das Licht von Seurat und Signac kennenlernte. Zusammen mit Boccioni, Severini, Carrà und Russolo unterzeichnete er 1910 das "Manifest der futuristischen Maler" (Manifesto dei pittori futuristi), das inhaltlich dem im Vorjahr von Marinetti veröffentlichten Manifest folgte, und verfasste kurz darauf das "Technische Manifest der futuristischen Maler" (Manifesto tecnico della pittura futurista). Im Jahr 1915 unterzeichnete er zusammen mit Fortunato Depero das "Manifest zur Futuristischen Rekonstruktion des Universums” (Manifesto della Ricostruzione futurista dell’universo), mit dem die Verbreitung der futuristischen Ästhetik auf jeden Lebensaspekt angestrebt wurde und das einen entscheidenden Moment für die Entwicklung der europäischen Avantgarde darstellte. Schon vor dem Tod von Boccioni im Jahr 1916 erlangte Balla innerhalb der Bewegung eine führende Rolle und seine schöpferische Tätigkeit scheint schier endlos gewesen zu sein: Er war an der Realisierung des Films "Vita futurista" (1916) beteiligt, unterzeichnete zusammen mit Marinetti und anderen das "Manifest der futuristischen Cinematografie" (Manifesto della cinematografia futurista) und entwickelte 1917 die Szenografie zum Ballet Feu d’artifice von Igor Strawinski, das am Costanzi Theater in Rom von Djagilews Ensemble der Ballets Russes aufgeführt wurde. 1919 nahm er an der "Grande Esposizione Nazionale Futurista" in der Galleria Centrale im Palazzo Cova in Mailand und in den Zwanzigerjahren an allen wichtigen Ausstellungen der futuristischen Gruppe teil. Er war 1925 bei der Biennale in Rom anwesend, 1926 auf der Biennale von Venedig und veranstaltete 1928 eine Einzelausstellung für die "Amatori e Cultori" (Liebhaber und Verehrer). Im Jahr 1929 schloss er sich für kurze Zeit dem "Manifest der Aeropittura" (Manifesto dell’aeropittura) an, hat aber bereits zu Beginn der Dreißigerjahre ganz plötzlich mit dem Futurismus gebrochen und erklärte, dass die reine Kunst im absoluten Realismus sei, ohne den man in dekorative und ornamentale Formen verfallen würde.
Er setzte seine künstlerische Tätigkeit bis zu seinem Tod fort und erschuf eine Vision von "Foto"-Realismus, die der "Pop Art" weit vorauseilte.
Balla starb am 1. März 1958 in Rom.

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